Wort zum Tag – 02.01.2026
2. Januar 2026
Neues Jahr, neues Glück?
Liebe Leserinnen und Leser,
das alte Jahr 2025 liegt hinter uns und es scheint so, als wenn wir es gerade noch so geschafft hätten, den Frieden in Europa und im eigenen Land zu erhalten. Eigentlich grenzt das schon an ein kleines Wunder. Was hingegen im neuen Jahr auf uns zukommen wird, wissen wir, Gott sei Dank, nicht, denn das würde Stillstand bedeuten. Niemand würde dann noch einen Finger rühren und wir würden wie auf der Titanic bis zum letzten Takt des Weltorchesters weiterfeiern. Wir verhalten uns, jedenfalls hier in Deutschland, wie Zuschauer eines bizarren Weltgeschehens und glauben, dass es uns nicht betrifft. Wir beschäftigen uns mit Dingen, die in der Welt da Draußen keinen interessieren und bekommen in der Öffentlichkeit ein Bild vermittelt, was trügerisch ist. Wir sind hier nicht die großen Macher, es sind die, die die Rohstoffe und das Geld besitzen. Diese Länder bestimmen was gespielt wird und nicht wir. Wenn ich es jetzt nicht genau wüsste, dass auch diese Damen und Herren sich irgendwann vor Gott verantworten müssen, würde ich verzweifeln. Denn die Rechtsprechung in dieser Welt versucht zwar objektiv und gerecht zu sein, ist sie aber nicht. Sie gilt nicht für jeden Menschen. Wir reden uns da auch vieles schön, um unsere Hilfslosigkeit zu überdecken, die so alt ist wie die Menschheit selbst. Wir könnten aber auch anders agieren, nämlich, indem wir unsere Realität annehmen und unsere Hilflosigkeit jemanden in die Hände geben, der wie kein anderer Mensch weiß, wie das Leben hier auf unserer Erde funktioniert. Deswegen legt die katholische Kirche am Neujahrstag alle Sorgen, Sehnsüchte und Wünsche für das kommende Jahr 2026 in den Schoß Mariens, der Mutter unseres Herrn Jesus Christus. Ich weiß, was Sie jetzt vielleicht denken, aber würden sie nicht auch zunächst einmal mit Ihrem oder Ihrer Vertrauten über alles sprechen, bevor Sie eine Entscheidung treffen oder es den Verantwortlichen vortragen?
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein friedliches neues Jahr 2026.
Ihr Pfarrer M. Scholz, Röm.-Kath. Kirche, St. Josef, Borna.