Wort zum Tag – 20.02.2026
20. Februar 2026
Ein bisschen Ordnung im Chaos
Diabolos, so heißt der Teufel im Neuen Testament. Eine treffende Übersetzung ist „der Durcheinanderbringer“. Da fallen mir doch in meinem Alltag schnell alle möglichen Dinge ein, die das Leben durcheinanderbringen. Die verpasste Bahn auf dem Weg nach Hause, die schlimme Erkältung mitten in einer Woche, wo doch so viel zu erledigen ist, die Kinder, die gerade so gar keine Lust auf Zimmer aufräumen haben und dann noch der geplatzte Autoreifen. All diese Dinge passieren meistens unvorhergesehen. Sie bringen unseren Alltag durcheinander. Doch irgendwie muss ich das Chaos, was dadurch entsteht, ja wieder in Ordnung bringen. Und das ist oft ganz schön anstrengend.
Diabolos, der Durcheinanderbringer. Mit ihm ist nicht zu scherzen. Auch wenn er heute oft verniedlicht wird. Wir begegnen ihn auch multimedial: Wenn es um Fakenews und Verdrehung von Tatsachen geht. Alles wirft er durcheinander.
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, indem er ordnete. Dieses Gegenüber begegnet uns schon gleich zu Beginn. Gott ordnet den Tag in Dunkel und Hell. Er ordnet die Zeit in Tage. Alles, was vorher wild durcheinander ging, bekommt jetzt Struktur. Ordnung und Chaos. Dieser Dualismus zieht sich durch die Bibel genauso wie durch die Menschheitsgeschichte bis mitten in mein Leben. Und gerade in Zeiten von Fakenews wünsch ich mir jemanden, der wieder richtigstellt und ordnet, damit das Chaos nicht überhandnimmt.
Gott verspricht uns: Ihr seid dem Chaos nicht einfach ausgeliefert. Denn ich habe euch meinen Sohn gesandt, damit er Ordnung ins Chaos bringt. Also: Wenn mir das Chaos mal wieder über den Kopf wächst, dann denke ich an dieses Versprechen: Gott bringt das Chaos wieder in Ordnung, in meinem Leben und darüber hinaus. Denn:
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels vernichte.
1. Johannesbrief 3,8b
Maria Rudolph, Pfarrerin im Leipziger Neuseenland