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Wort zum Tag – 24.04.2026


24. April 2026

Neu anfangen

Es gibt Dinge im Leben, die werden mit den Jahren besser: guter Wein und manche Freundschaft. Andere Dinge dagegen eher nicht: die Knie-Gelenke, oder die Schreibtisch-Schublade, in die man „nur kurz etwas hineinlegt“, die dann überquellt.

Viele Menschen tragen innerlich solche überfüllten Schubladen mit sich herum: alte Ent­täuschungen, Schuldgefühle, Streit, Sorgen oder schlechte Erfahrungen. Manches wird weggedrückt, zugeschoben, verdrängt. Doch irgendwann merkt man: Es klemmt.

Genau da hinein spricht der Apostel Paulus diesen wunderbaren Satz: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17)

Das heißt: Gott ist nicht nur ein Zuschauer unseres Lebens. Er ist keiner, der sagt: „Nun sieh zu, wie du klarkommst.“ Sondern einer, der sagt: „Lass mich ran. Lass uns aufräumen! Ich kann Neues schaffen.“

Gott kann Menschen verändern – von innen her.

Er schenkt neue Gedanken, neue Kraft, neue Liebe, neue Hoffnung. Manchmal leise und Schritt für Schritt. Manchmal überraschend schnell. Aber immer mit Geduld.

Da steht ein altes Fahrrad im Schuppen. Reifen platt, Kette rostig, Licht kaputt. Eigentlich ein Fall für den Sperrmüll. Doch jemand nimmt sich Zeit: besorgt neue Schläuche, pumpt die Räder auf, ölt die Kette, zieht Schrauben fest, repariert das Licht – und plötzlich fährt es wieder.

So handelt Gott. Er sieht in uns nicht den müden Versager. Er sieht die Möglichkeiten. Er sieht Wert. Er sieht Zukunft. Wer von Gottes Güte berührt wird, erlebt manchmal erstaunliche Veränderungen: Ein harter Mensch wird weichherziger. Ein ängstlicher Mensch gewinnt Mut. Ein Bitterer lernt wieder danken. Einer, der sich aufgegeben hatte, steht neu auf.

Auch Christen bleiben Menschen mit Macken. Auch ein erneuertes Herz muss noch lernen. Gott arbeitet weiter an uns.

Darum dürfen wir hoffnungsvoll leben. Nicht nach dem Motto: „So bin ich eben.“ Sondern: „So war ich vielleicht einmal.“

Vielleicht gibt es in Ihrem Leben etwas, das festgefahren scheint. Eine Beziehung. Eine Gewohnheit. Eine Sorge. Eine alte Verletzung. Dann nehmen Sie diesen Bibelvers heute persönlich: Neues ist möglich. Nicht, weil wir so stark sind. Sondern weil Gott so gütig ist.

Manchmal beginnt das Neue ganz klein: mit einem Gebet, einem ehrlichen Wort, einem ersten Schritt oder einem neuen Blick auf den Tag.

Johannes Möller, Syhra, Pfarrer im Kirchspiel Geithain-Frohburg-Lunzenau