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Wort zum Tag – 13.05.2026


13. Mai 2026

Abenteuer Leben braucht einen Anker

Gestern war Himmelfahrt und viele Männer haben wie jedes Jahr abenteuerlustig einen Männertags-Ausflug gemacht. Grundsätzlich sollten wir Männer und Frauen mit guten Freundinnen und Freunden immer mal wieder ein Abenteuer erleben. Am besten Abenteuer, die uns aus der Komfortzone vielleicht an unsere Grenzen bringen und bei denen wir spüren, was im Leben wirklich zählt und was uns Halt gibt und uns trägt. Ich erinnere mich an ein solches Abenteuer, einen Ausflug auf die Insel Skellig Michael. Das Eiland liegt im Nordatlantik 12 Kilometer vor der irischen Westküste im Distrikt Kerry. Skellig Michael ist berühmt für eine steinerne Mönchssiedlung aus dem 7. Jahrhundert, die über 618 Stufen einer Steintreppe ohne Geländer in ca. 200 Meter Höhe erreichbar ist, und für die Brutkolonien der Papageitaucher. Der Weg zur Insel ist schon abenteuerlich. Wir legten ihn in einem kleineren Boot zurück, welches sich durch die stürmischen Wellen des Atlantiks kämpfte. Das Anlegen an den rauen Felsen der Insel in wild-bewegter See war auch für den erfahrenen Skipper nicht einfach. Der Anker des Bootes musste über Bord, um am Ende sicheren und festen Halt für das Schiff zu ermöglichen. Genau in dieser Situation habe ich mich gefragt: Was ist mein Anker und Halt im Leben, besonders, wenn der Wind einem hart ins Gesicht weht? Dunkel erinnerte ich mich an ein Bibelwort. Es nutzt das Bild des Ankers als Symbol der Hoffnung. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, habe ich es gesucht und nachgelesen (Hebräer 6,19). Das Wort beschreibt Jesus Christus als festen und sicheren Anker, welcher mich direkt mit Gott verbindet und bei ihm festmacht. Daher wurde neben dem Kreuz (Glaubens) und dem Herz (Liebe) der Anker zu einem starken und verbreiteten Symbol für Hoffnung. Es ist Hoffnung, die über die „Bordwand“ meines Lebens schon in die Ewigkeit Gottes, die himmlische Heimat reicht. Zugleich entfaltet meine Jesus-Hoffnung schon im „Hier und Jetzt“ Ankerwirkung und schenkt Mut und Kraft, Sicherheit und Trost, die mir helfen, trotz aller Herausforderungen und Stürme meinen Lebensweg fröhlich und getrost zu gehen. Wie unbändig stark diese Hoffnung Menschen prägt und trägt, lässt sich an der Klosteranlage auf Skellig Michael ablesen. Über 500 Jahre trotzten die christlichen Mönche den Elementen der Natur und auch den einfallenden Wikingern, um in einer kleinen Gemeinschaft in Jesu Namen zusammenzuleben, zu arbeiten, zu beten und damit in Gottes Nähe zu bleiben.

Herzlichst, Ihr Tobias Jahn (Geistlicher Leiter der Diakonie Leipziger Land)