Wort zum Tag
16. Oktober 2026
Symphony of peace
„Ich sehe einen kleinen Schimmer am Horizont. Eine weiße Taube zieht am Himmel entlang und Hoffnungsklänge steigen auf.“ So beginnt das letzte Lied auf dem Album „Traces“ von Michael P. Kelly. Symphonie des Friedens. Licht im Dunkel, Hoffnungsmusik. Im November 2018 zeigte der „Botschafter des Friedens“ der Welt erstmals seine „Peacebell“, eine Glocke, gegossen aus Kriegsschrott. In den Weltkriegen wurden Glocken aus Kirchtürmen geholt und eingeschmolzen, um daraus Munition zu machen. Er kehrt den Prozess um. In der zweiten Strophe des Liedes heißt es: „Lasst die Friedensglocke schlagen, lasst die Menschen singen. ‚Freiheit!‘ rufen ihre Stimmen, ich höre die Symphonie des Friedens: Da ist Hoffnung.“
2025 war ich im November bereits einmal dran hier zu schreiben. Da hatten es mir die Friedensstifter angetan. Nun sitze ich hier und schreibe wieder über Frieden. Immer mehr spüre ich eine unbändige Sehnsucht nach Frieden. Nach Shalom. Innerem in sich und in Gott ruhen und äußerer Harmonie. Ja, ich bin ein Harmoniemensch, und ja ich bin Optimist, trotz alldem, was mich in dieser unserer Welt gerade zweifeln lässt. Und in diese Zeit spricht dieser Bibelvers aus dem Haggaibuch, der für Sonntag Losungsvers ist: „Ich will Frieden geben an dieser Stätte.“ Eine Zusage Gottes, im Zusammenhang mit dem Neubau des Tempels. Tempel, ein Ort, der ein Bild für Gottes Wohnung unter den Menschen ist. Es könnte eine Gesetzmäßigkeit daraus gezogen werden: Da wo Gott wohnt, ist Frieden. Dann frage ich mich, ist dort, wo Krieg herrscht, Gott nicht? Wahrscheinlich gilt dieser Umkehrschluss nicht. Entscheidend finde ich, dass Gott den Wunsch hat Frieden zu geben, da wo wir Menschen ihm Raum geben. Wenn Du, so wie ich, Sehnsucht nach Frieden hast, dann sollten wir uns fragen, ob wir Gott nicht mehr Raum geben sollten? Da höre ich eben auch wieder den Aufruf Kellys: Lasst die Friedensglocke schlagen“, sprich: Hindert niemanden daran zum Frieden aufzurufen. Und wie die Bibel uns im Hebräerbrief auffordert: Suche den Frieden und jage ihm nach! Der Wunsch Gottes Frieden zu geben, braucht auch unsere Bereitschaft mitzutun und dem Frieden Gottes Raum zu geben. Ich muss an die Friedensgebete der DDR-Zeit und auch der Zeit des Kriegsbeginns in der Ukraine und Russland denken. Kerzen und Gebete gegen Gewalt. Friedliche Revolution. Da höre ich „die Symphonie des Friedens: Da ist Hoffnung!“ Amen.
Conny Beyer, Jugendmitarbeiterin im Kirchenbezirk Leipziger Land