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Wort zum Tag


6. November 2026

Der Zinsgroschen ( Matthäus 22/15 ff)

Wir leben in einer herbstlichen Zeit. Viele suchen nun die Gräber ihrer Lieben auf und machen alles schön. Andere gehen im Wald spazieren und beobachten den Blätterfall und die Laubfärbung. Da gehen einem Gedanken durch den Kopf: Was zählt in unserem Leben, nimmt den ersten Platz ein? Sind es unsere Familien und Freunde?  Oder sind es gar drückende finanzielle Fragen.  Wie kommen wir, komme ich diesen Monat über die Runden? Wie bestreiten wir das ganz normale tägliche Leben? Ohne dass wir große Sprünge machen wollen. Wie ist das mit den Steuern, die nun eventuell nachgezahlt werden müssen, oder auch nicht? Nachdem ich den verordneten Bibeltext für diesen Sonntag gelesen habe, stellt sich mir die Frage: Wer war dieser Jesus? Ein Träumer, ein Spinner? Da geht es um die Frage nach den Steuern, muss man dem Kaiser Steuern zahlen oder nicht? Damals war es der römische Kaiser, der auch den Zensus angeordnet hatte, wonach Josef und Maria auf die Wanderschaft gehen mussten um sich in Steuerlisten eintragen zu lassen. Der erwachsene Jesus hat Gegner. Und diese wollen wissen, ob man dem Kaiser eigentlich Steuern zahlen soll, wo doch Gott an erster Stelle stehen sollte. Für gläubige fromme Juden jedenfalls. Jedoch es war eine Fangfrage. Sie wollten diesen Jesus hereinlegen, denn sollte er mit „Ja“ antworten, konnte man ihn als Verräter an seinem Volk festnehmen. Sollte er jedoch „Nein“ sagen bekam er es mit den römischen Behörden zu tun. Es gab eine Menge Leute, die die Bewegung Jesu nicht verstanden und ablehnten. „Pharisäer“ ist nur ein Sammelbegriff für sie. Da sind Leute gegen Jesus zum Teil aus rein materiellen Gründen, denn seine Gedanken und Taten könnten ihren Wohlstand gefährden. Wenn man immerzu teilen soll. Den Schwächeren mitnehmen und unterstützen. Jesus bemerkt ihre Bosheit. Sie machen ihm nur scheinbar ein Kompliment, er sei unbestechlich in seinem Gerechtigkeitssinn. Jesus dreht die ganze Sache herum: Zeigt mir doch mal eine Münze. Darauf ist des Kaisers Abbild zu sehen und somit gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist. Klingt logisch. Doch lässt es sich in der Praxis wirklich durchhalten? Aufteilen der Loyalität auf Gott und Kaiser. Was ist denn „Gottes“…was steht Gott zu von unserer Seite her? Ist es Dankbarkeit für unser Leben? Oder indem wir seine Liebe weitergeben? Was ist aus meiner Sicht angemessen, dass ich Gott (zurück) geben will? Schon der Gedanke, dass wir selbst geben und nicht Gott der alleinige Geber ist, scheint neu und interessant. Jetzt nähern wir uns dem Jahresende. Damit riskieren wir auch einen Blick auf das Ganze. Wo habe ich Gott an erste Stelle gesetzt? Und wer ist dann Gott für mich? Wie kann ich sein Wirken in meinem Leben erkennen? Inmitten aller Geschehnisse die uns erreichen, wo ist da eine Spur Gottes? Liegt sie in der Freundlichkeit eines Mitmenschen? Gab es jemand der mir etwas geholfen hat ohne etwas dafür zurück zu verlangen? Habe ich schöne Momente mit lieben Menschen erleben dürfen? Bin ich inmitten von Gefahren bewahrt worden? Ich wünsche uns gute Gedanken und Entscheidungen.

Bettina Baumgärtel – Bezirkskatechetin i.R.