Wort zum Tag – 13.03.2026
13. März 2026
Frühlingsgedanken
„Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt …“ Liebe Freunde der erwachenden Natur, nun geht es also langsam wieder los! Felder und Beete werden vorbereitet und erste Saatkörner – wie z.B. Sommerweizen – kommen in die Erde.
Dieses Bild vom Säen nutzt auch Jesus im Wochenspruch vom kommenden Sonntag. Er will damit etwas über die Bedeutung seines Lebens, seines Leidens und Sterbens sagen.
Jesus Christus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12,24).
Nun stimmt dieses Bild ja nicht ganz. Das Weizenkorn verliert nach der Aussaat nicht einfach seine Lebenskraft. Aber es verändert sich: seine Form, seine Beschaffenheit. Und es bringt erst dadurch Lebenskraft und Fruchtbarkeit hervor: Erst ein grüner Halm, der sich allmählich ins Licht reckt. Später Blätter und irgendwann die Ähre. Und das Tolle: Aus einem einzigen Samen werden viele Körner. Wunderbar!
In der Erde ereignet sich so das Wunder der Verwandlung. Und genauso erleben wir eben auch die Passionszeit und feiern das Osterfest: Jesus Christus stirbt, aber sein Tod ist ein großartiges Wunder der Verwandlung: Durch seine Auferstehung wächst neues ewiges Leben und damit eine große Hoffnung, die vielen Menschen Halt und Zuversicht schenkt. Gerade, wenn wir mit unserer Vergänglichkeit konfrontiert werden.
Ich möchte dieses Bild auch gerne in mein Leben hinein holen: Wir erleben immer wieder, dass Situationen sich verändern. Dies ist oft nicht einfach. Mindestens dann, wenn etwas zu Ende geht, was uns lieb und teuer war.
Ich kann damit nun unterschiedlich umgehen. Ich kann versuchen, die Dinge irgendwie krampfhaft festhalten zu wollen. Oder ich lasse los und vertraue darauf, dass Gott schon etwas Neues daraus machen wird.
Dabei sehe ich noch nicht das Neue. Ich plane es auch nicht, entwickle und erreiche es nicht. Allein Gott sieht es, wirkt es, bringt noch im Vergehen Frucht. So wie bei Jesus auch. Darauf will ich vertrauen.
Pfarrer Dr. Torsten Reiprich aus Pegau