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Wort zum Tag


2. Januar 2021

für Samstag, den 2. Januar 2021

„Wie der Vater“

Kaum hat der neue Erdenbürger das Licht der Welt erblickt, beugen sich die lieben Verwandten und Bekannten über die Wiege und flöten: „Wem sieht er denn ähnlich?“

„Die Nase hat er vom Onkel Herbert!“ „Guck mal, wenn er die Stirn runzelt, sieht er aus wie Opa Willi!“ „So sah euer Papa aus, als er klein war, genau so!“

Den Kleinen sind derlei Spekulationen zum Glück noch egal. Später können offensichtliche Familienähnlichkeiten nerven oder erheitern, je nachdem, aber sie gehören nun einmal dazu und zeigen die Zugehörigkeit zu einer Familie an.

Dabei gibt es über Äußerlichkeiten hinaus oftmals weitere und andere Ähnlichkeiten: die Stimme, der Gang, bestimmte Bewegungen, das Temperament  („ganz der Vater…“)

„Seid … wie euer Vater“, heißt es in der Jahreslosung für das Jahr 2021. Damit ist Gott gemeint, nicht der leibliche Vater. Gott ist gemeint, ein Vater, wie er im Buche steht, in der Bibel nämlich. Und was steht in der Bibel über Gott, den Vater? „Barmherzig und gnädig ist er, geduldig und von großer Güte.“ (Psalm 103,8) Barmherzig sein bedeutet Gnade vor Recht ergehen lassen, bedeutet einen wohlwollenden Blick auf die Mitmenschen mit ihren Schwächen, bedeutet Güte, Nachsicht, Verständnis, Vergebungsbereitschaft und Treue – trotz allem.

Und? Gibt es eine Familienähnlichkeit unter den Christen, die Gott ihren Vater nennen?  

Kann man an uns Christen erkennen, dass wir einen Vater haben, der vor allem eins ist:  barmherzig? „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Dieses Jesus-Wort soll uns durch das neue Jahr begleiten. Also lasst uns um Gottes willen ein bisschen barmherziger miteinander umgehen im neuen Jahr. Es wird uns allen gut tun in dieser dunklen Zeit: denen, die Barmherzigkeit erfahren, und auch denen, die Barmherzigkeit schenken.